Steirisches Brauchtum -Teil 1

 

BLOCHZIEHEN

Das Blochziehen ist ein so genannter „Schaubrauch“.
Früher wurde in einem Ort nur dann ein Blochziehenveranstaltet, wenn es während des ganzen Faschings keine Hochzeit gab.
Die jungen Menschen wurden gleichsam als Strafe für die ausgefalleneHochzeit zum Ziehen des Bloches verpflichtet.
Bei jedem Haus, in dem eine heiratsfähige Tochter lebte, hielt der Zug an.
Früher wurde das eingenommeneGeld für einen Faschingsball oder für die Musikanten. Jahrzehnte wurden von Vereinen veranstaltet,
die den Gewinn für eigene Zwecke verwendeten.

***************************************************************

WEIHFEUER


In der Zeit, bevor es Streichhölzer und Feuerzeuge gab, konnte man das Herdfeuer nicht ausgehen lassen und musste dafür sorgen,
dass das Feuer auch die Nacht überdauerte. Dazu verwendete man eigene Gluttöpfe.
Nur einmal im Jahr, am Karfreitag, ließ man das Feuer bewusst ausgehen. Am Karsamstag sollte das Feuer durch „geweihtes Feuer“,
das die Buben von den Pfarrkirchen mit glosendem Zunder und Baumschwämmen in die Häuser brachten, entzündet werden.
Nur die ersten, die bei den Häusern eintrafen, erhielten besondere Gaben – deshalb versuchten die Buben besonders schnell zu sein. 
Am Karsamstagmorgen erfolgt die Feuerweihe rund um ein kleines Holzfeuer, das auf dem Kirchplatz entzündet wird.
Danach verteilen sich die Weihfeuerträger in alle Richtungen. Das Bestreben, möglichst schnell wegzukommen, besteht immer noch.

*******************************************************************
ÖSTERLICHE  FLEISCHWEIHE

Die Segnung der Osterspeisen ist ein weit verbreiteter und intensiv gepflegter Osterbrauch.

Ein steirischer Pfarrer nannte ihn sogar „das achte steirische Sakrament“. Die Segnung von Speisen hat eine jahrhundertelange Tradition – der
Überlieferung nach seit dem 7. Jh., Brot und Eier seit dem 12. Jahrhundert.

*****************************************************************

Nach oben