Geschichte unserer Tracht

 

Das Interesse an landschaftlichen Besonderheiten in Kleidung, Brauch und Lebensweise wurde durch Aufzeichnung Reisender schon im 18. Jahrhundert bekundet. Diese Reisebeschreibungen sind uns heute eine wichtige volkskundliche Quelle. Einen Höhepunkt in der Wertschätzung bodenständiger Kleidung kann man wohl in der Zeit Erzherzog Johanns ansetzen. Sein Interesse am Volksleben des Landes führte zu gezielten Bestandsaufnahmen in verschiedenen steirischen Landschaften. In seinem Auftrag waren Maler wie Johann Lederwasch, Matthäus Loder, Karl Ruß oder Thomas Ender im Lande unterwegs, um getreue Darstellungen vom Leben der Menschen in den vorwiegend bäuerlichen Regionen der Steiermark anzufertigen. Neben den Bestrebungen des »steirischen Prinzen«, die Lebensverhältnisse im Land dokumentieren zu lassen, darf man seine Vorbildfunktion keineswegs vergessen.

Wenn man vom Erzherzog und einer beispielgebenden Kleidersitte spricht, so meint man in erster Linie den grau-grünen Rock, der vom Jagdgewand zum Symbol für Schlichtheit und Heimatverbundenheit geworden ist.

              

Dazu werden gerne seine bekenntnishaften Worte in seinem Brief an Anna Plochl im November 1824 zitiert:

»Als ich den grauen Rock in der Steyermark einführte, geschah es um ein Beyspiel der Einfachheit in Sitte zu geben, so wie mein grauer Rock, so wurde mein Hauswesen, so mein Reden und Handeln. Das Beyspiel wirkte,der graue Rock, von manchen verkannt, von den Besseren erkannt, wurde ein Ehrenrock und ich ziehe ihn nie mehr aus, ebensowenig weiche ich von meiner Einfachheit, lieber gebe ich mein Leben her.«

Als weiterer Impuls für die steirische Tracht kann das Lebenswerk des großen steirischen Volkskundlers Viktor v. Geramb genannt werden. Sein Verdienst liegt nicht nur in seiner Tätigkeit als erster Ordinarius für Volkskunde an der Universität Graz, sondern vor allem in seiner umfassenden Trachtenforschung, die im zweibändigen steirischen Trachtenbuch und in der Einrichtung des Trachtensaales im Volkskundemuseum ihren Ausdruck fand. Geramb hat die steirische Tracht von den Anfängen der nachweisbaren Besiedlung des Landes, aus archäologischen Funden, Bildquellen, Originalobjekten und Archivmaterial bis ins 20. Jahrhundert erforscht und die Ergebnisse seiner Forschungen anschaulich vermittelt. Sein Bestreben war es, die regionalen Besonderheiten der steirischen Kleidung zu dokumentieren und auf wissenschaftlichem und volksbildnerischem Wege weiterzugeben

Fotos und Bilder werden erst eingefügt

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