Ostern

Vom Palmbuschen bis zum Osterei: Wer in der Osterzeit in die Steiermark reist, erlebt viel Brauchtum und Traditionen rund um diese christlichen Feiertage. Tipp für Feinschmecker: Neben kunstvollen Osterausstellungen gibt es zahlreiche Brauchtumsveranstaltungen, die kulinarisch rundum verwöhnen – man lässt sich die Osterjause und das Ende der Fastenzeit so richtig schmecken.


Mit dem Einzug des Frühlings naht die Osterzeit, die in der Steiermark mit viel Freude erwartet wird. Aber bevor die Osterzeit mit ihren Köstlichkeiten große und kleine Genießer bezaubert, beginnt am Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit. Bis zum Ostersamstag fastet dann so mancher Steirer. Sehr beliebt ist in jener Zeit die Palmweihe, bei der so genannte Palmbuschen mit farbenfrohen Bändern dekoriert und zur Kirche getragen werden. Oft werden in die Palmbuschen Palmkatzerl - Zweige mit Blüten von Weidenbäumen - und Buchsbaumzweige eingebunden. Besonders gerne tragen die Kinder diese Palmbuschen mit sich, diese symbolisieren Lebenskraft und den bunten Frühlingseinzug. Nach der Palmweihe und den feierlichen Palmprozessionen werden die Palmbuschen zu Hause aufgehängt, früher oft im Stall oder in anderen Gebäuden, um Segen für den beginnenden Frühling zu bringen.

Viel Lärm gegen die verstummten Kirchenglocken: In der Karwoche steht ein Holzinstrument im Mittelpunkt, die sogenannte Ratsche, dessen Geräusch von Gründonnerstag bis Ostersonntag die Laute der Kirchenglocken ersetzen soll. Drei Tage lang schweigen die Kirchenglocken und Kinder ziehen von Ort zu Ort mit ihren Ratschen und sagen Sprüche auf. Das Ratschen zählt zum immateriellen Kulturerbe und ist ab dem 18. Jahrhundert entstanden. Bis zum Karsamstag dürfen die Kinder und Jugendlichen mit den Ratschen umherziehen und Süßigkeiten oder Münzen einsammeln, danach erklingen die Kirchenglocken wieder.

Nach den Ratschen folgt am Karsamstag das Weihfeuer-Tragen. Das in der Kirche geweihte Feuer wird wiederrum von Jugendlichen von Haus zu Haus getragen. Wie das Weihfeuer getragen wird? Das Feuer glost in trockenen Pilzen, die im Wald gesucht werden – diese Pilze werden in Behälter gesteckt und rauchen und glosen darin weiter. Das Weihfeuer, das dadurch entsteht, soll Schaden abhalten und immer Licht und Wärme für das Haus bringen.

Am Karsamstag schlägt das Herz doppelt so schnell, wenn es um die Fleischweihe geht. Ersehnt wird die köstliche Jause an diesem Abend: Schön dekorierte und reich gefüllte Weidenkörbe werden zur kirchlichen Weihe getragen und der leckere Inhalt darf nach der Segnung gemeinsam verkostet werden. Besonders beliebt ist das süße Osterbrot, das für diesen Tag extra gebacken wird. Aber auch der saftige Osterschicken und die bunten Ostereier sind ein wichtiger Teil dieser geweihten Genussjause.

Das traditionelle Osterfeuer sollte man sich am Karsamstag nicht entgehen lassen. Früher symbolisierten die Flammen das Erlöschen des Alten und die Wiedergeburt des Neuen. Als Treffpunkt für ein Beisammensein zu Ostern mit der Familie und den Bekannten wird dieser Brauch bis heute weitergelebt.

Die bunteste Seite von Ostern zeigt sich garantiert durch die gefärbten Ostereier, welche Kinder am Ostersonntag mit Elan und Freude auf den blühenden Wiesen suchen. Im christlichen Glauben symbolisieren die Ostereier Fruchtbarkeit und Lebenskraft. So mancher junge, aufmerksame Entdecker erhascht sogar einen Blick auf den Osterhasen. Mit dem Ostersonntag ist die Fastenzeit vorbei und damit auch wieder das Tanzen und Feiern erlaubt. So finden in der ganzen Steiermark Osterfeste statt.

Wer sich Ostern mit nach Hause holen möchte: Kunstreich gestaltete Ostereier mit Frühlingsmotiven für den perfekten Osterstrauch gibt es auf den zahlreichen Ostermärkten in Stadt und Land. Auch im steirischen Heimatwerk in Graz wird eine Auswahl an heimischem, österlichem Kunsthandwerk angeboten.

 

 

 

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