Traurige Geschichte.....

Vorweg : Ich liebe diese Region seit bald 6 Jahrzehnten...und vielleicht ist es gerade deshalb schmerzhaft mitanzusehen zu müssen, wie es mit ihr steil bergab geht...

Ist man heute in Orten der Oststeiermark unterwegs - in meinem Fall in Strallegg, Gasen, Ratten, Waisenegg, Fischbach, der Teichalm usw.- so fühlt man sich in die 70er/80er zurückversetzt.

Sieht man Urlauber, so sind sie meist vom Alter her jenseits der Pensionsgrenze...junge Menschen, Familien zieht es kaum in diese Region...wie denn auch...sie wissen ja gar nichts darüber, zumal es kaum wo Infos gibt...und man sich in diesem Teil Österreichs nur sehr ungern mit neuer Technik und deren Möglichkeiten auseinander setzt...

Warum bloss ?

Nun, für mich liegt die Erklärung auf der Hand : Man hat in dieser Region geglaubt es reiche sich ewig lang auf den Erfolgen der 70er/80er Jahre auszuruhen. Man werkt nach wie vor wie zu Zeiten, in welchen es reichte, Gästen Landschaft und Essen in Vollpension zu bieten....Doch sind diese Zeiten längst vorbei....

Die allermeisten Gasthöfe/Pensionen haben weder Internetpräsenz, noch betreiben sie sonstige Werbung. Und so sind sie nur für einen minimalen Prozentsatz sichtbar...für jenen Prozentsatz, der sich ausschliesslich in Zeitungen informiert..(also eine aussterbende Spezies) . Entsprechend wenige Leute sind in den Lokalen, und kein einziges Hotel; Gasthof, Pension ist auch nur teilweise gut gebucht...Das Essen das man vorgesetzt bekommt ist allzuoft noch dasselbe, mit welchem man die damaligen Sommerfrischler bediente...was nicht heisst, daß es schlecht ist...aber wie so vieles in dieser Region ist es nicht mehr zeitgemäß. Gute Hausmannskost ist davon aber ausgenommen, denn DIE mag man einfach jederzeit. Das Problem ist : Man bekommt kaum wo noch wirklich GUTE.....und es wird viel zuviel mit Convenience-Produkten gearbeitet, vieles oft nur brutal aufgewärmt (wobei jedes Tier ein zumindest 2. Mal stirbt...)...obwohl Frischware problemlos zu bekommen wäre

Viele jammern, weil kaum noch Urlauber kommen...schwelgen in Erinnerungen, als Gäste zu zehntausenden gezählt werden konnten....doch niemand will etwas dagegen unternehmen...niemand will dazu lernen...es mit neuen Medien versuchen (damals reichte eine kleine Zeitungsannonce). Dabei könnte man mit etwas Anstrengung ganz leicht wieder Leute in die Orte holen...denn auch die jungen Menschen wanderen gern, schwimmen gern, relaxen gern, besichtigen gern...aber niemand will das auch wirklich ändern...und so raunzt man eben weiter...

Ich hab z.B einem Gasthof eine Seite ins Netz gestellt - in stundenlanger Arbeit...gratis..(jeder weiß, was sowas im Normalfall kostet...) .aber die Betreiber haben es nicht mal der Mühe wert gefunden sie auch anzusehen...worauf ich sie löschte, denn WOZU soll ich lebendigen Toten helfen ? Genauso aber handeln die meisten anderen....

Sieht man sich die wenigen vorhandenen Internetseiten über oststeirische Tourismusbetriebe an und vergleicht diese mit jenen anderer Bundesländer, so kommt man zur Erkenntnis : Diese Region ist im Vergleich zu allen anderen steirischen Regionen (regionen, die etwas investiert haben, die sich geöffnet haben- z.B. Obersteiermark, Südsteiermark)...klinisch TOT...

Und das ist schade, denn mit etwas mehr Initiative könnte diese Oststeiermark aufblühen wie eine Wiese im Frühjahr....

Und sie hätte es verdient, denn nicht nur für mich gilt sie als schänstes Plätzchen auf dieser Erde...

Doch solange man sich nicht aus dem 20.Jahrhundert ins neue Jahrtausend begibt und somit auch all jene anspricht, die sich über Internet oder Smartphone informieren wird diese Region sich fremdenverkehrsmässig auch nicht mehr erholen...und das ist sehr, sehr traurig...denn es ist eine einzigartig schöne Region...

Was bleibt ist die Frage : WAS, wenn all die alten Stammkundschaften verstorben sind ????? Die Antwort liegt leider nur zu klar auf der Hand.........

 

 

Nach oben