Die Steiermark - geogr. Lage und Geschichte

Geographische Lage

Das Bundesland Steiermark verfügt über eine Fläche von 16.391,93 km² und ist somit das zweitgrößte Bundesland Österreichs. Es verfügt über eine 145 km lange Grenze mit Slowenien, womit es das Bundesland mit der geringsten Grenzlänge ist, abgesehen vom Ausnahmefall Wien.

Die Steiermark ist in mehrere Regionen gegliedert. Flächenmäßig am größten ist die
Obersteiermark , die von den nördlichen Landesgrenzen bis zum Steirischen Randgebirge südlich der Mur-Mürz-Furche reicht. Die Weststeiermark liegt südlich davon, und zwar westlich der Mur. Die Oststeiermark liegt östlich der Mur und südlich des Wechsels (ein Pass zwischen Steiermark und Niederösterreich) und der Fischbacher Alpen . Zwischen Ost- und Weststeiermark liegt die Landeshauptstadt Graz . Diese Einteilung der Steiermark, der zufolge große Teile der Obersteiermark westlicher als die Weststeiermark liegen, stiftet manchmal bei Nichtkundigen Verwirrung. Sie rührt aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg her, als Ost- und Weststeiermark zusammen die Mittelsteiermark bildeten, während die Untersteiermark das gemischtsprachige deutsch-slowenische Gebiet mit der Hauptstadt Marburg (slowenisch Maribor) war. Der südliche Landesteil um Leibnitz, Radkersburg und Deutschlandsberg wird Südsteiermark genannt und sollte nicht mit der Untersteiermark verwechselt werden. Die ehemalige Untersteiermark kam nach dem Ende des 1. Weltkrieges 1918 zum SHS-Staat und gehört heute zu Slowenien.

Die Steiermark wird auch die „Grüne Mark“ oder das „Grüne Herz Österreichs“ genannt, da rund 61 % ihrer Bodenfläche bewaldet ist und ein weiteres Viertel von Wiesen, Weiden sowie Obst- und Weingärten eingenommen wird. Als Hauptfluss ist die Mur zu nennen.

Das Ennstal mit seinen schroffen Felsen, vom Dachstein

bis zum Nationalpark Gesäuse ,

und die Gebirgsplateaus zwischen Hochschwab

und Rax machten die Steiermark auch als alpines Bundesland bekannt. Die Obersteiermark und die oststeirische Thermenregion sind wichtige Tourismusgebiete.

Der Name

Der Name "Steiermark" leitet sich von der Stadt Steyr (heute in Oberösterreich) her und der dort erstmals 985 erwähnten Styraburg, dem heutigen Schloss Lamberg. Die Stadt Steyr war früher als Teil des Traungaus mit der Steiermark eng verbunden und neben ihrem Handelsprivileg bekannt für die eisenverarbeitende Industrie im Zusammenhang mit dem steirischen Erzberg. Auf die gemeinsame Geschichte der Stadt und des Landes weisen noch der lateinische (und englische) Name des Bundeslandes (Styria) und das gemeinsame Wappen, der silberne, rot gewaffnete und gehörnte, flammenspeiende, aufgerichtete Panther auf Grün hin. Bei Ableitungen unterscheidet man zwischen dem geographischen Begriff steirisch und dem amtlich-politischen Begriff für Behörden und Institutionen steiermärkisch.

Geschichte

* 1180 wurde die Steiermark unter den Traungauern zum Herzogtum erhoben und die lehnsrechtlichen Bindungen an das Herzogtum Bayern und das Herzogtum Kärnten gelöst.
* Aufgrund eines 1186 mündlich abgeschlossenen (in der Georgenberger Handfeste dokumentierten) Erbvertrages wurden die Herzöge von Österreich aus der Dynastie der Babenberger 1192 Herzöge der Steiermark (bis 1246).
* Nach dem Aussterben der Babenberger gelangte die Steiermark zunächst an Ungarn, 1270 an Böhmen. Im Frieden von Ofen wurde 1254 der mit der Steiermark verbundene Traungau von jener abgetrennt. Er wurde ein wesentlicher Teil des entstehenden „Fürstenthums ob der Enns“ (Oberösterreich). Gleichzeitig wurde auch die zur Steiermark gehörige Grafschaft Pitten ausgegliedert und dem Herzogtum Österreich, das ungefähr dem heutigen Niederösterreich entspricht, zugeschlagen.
* 1282 gelangte das Herzogtum Steiermark gemeinsam mit dem Herzogtum Österreich an die Habsburger. Im Zuge der habsburgischen Erbteilungen wurde die Steiermark der zentrale Teil Innerösterreichs (mit der Residenz Graz).
* 1918, nach dem Ersten Weltkrieg, schloss sich der südliche Teil des Herzogtums, die Untersteiermark, an den SHS-Staat, das spätere Jugoslawien, an und ist heute ein bedeutender Teil von Slowenien.
* 1938, nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, wurde das Ausseerland nach Oberösterreich („Oberdonau“) aus-, dafür das südliche Burgenland angegliedert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden diese Gebietsveränderungen wieder rückgängig gemacht. 1945-1955 war die Steiermark britisch besetzt.

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