Feldbach - Bad Gleichenberg

 

Elektrotriebwagen „ET 1“ im Bahnhof Bad Gleichenberg

Die Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg ist eine regelspurige Eisenbahn, welche sich im Besitz der Steiermärkischen Landesbahnen befindet. Die Bahn schließt in Feldbach an die Steirische Ostbahn an und hat ihren Endpunkt in Bad Gleichenberg. Weiterführende Planungen bis Bad Radkersburg konnten nie realisiert werden.

Die „Gleichenberger Bahn“ ist seit 28. Februar 1994 Mitglied im Verkehrsverbund Steiermark und soll künftig als  S32  Teil der am 9. Dezember 2007 eingeführten S-Bahn Graz sein. Die Inbetriebnahme der Linien  S3  und  S32  ist jedoch auf Grund unzureichender Infrastruktur (eingleisige Strecke, wenige Ausweichen) noch offen.

Die Geschichte der Landesbahn reicht bis zum 14. April 1886 zurück, als erstmals ein Projekt einer Eisenbahnlinie von Feldbach nach Bad Gleichenberg, mit der Option einer Verlängerung nach Bad Radkersburg vorgelegt wurde. 1916/1917, in der Zeit des Ersten Weltkriegs wurde das in Mühldorf bei Feldbach situierte Kriegsgefangenenlager mit einer Schleppbahn an die Steirische Ostbahn angeschlossen. Das Lager blieb nach Kriegsende als Lazarett bestehen.

Am 17. März 1926 erfolgte der Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung, den Bahnbau von Feldbach nach Bad Gleichenberg wieder aufzunehmen, worauf im Jänner 1927 die politische Begehung der geplanten Trasse erfolgte. Am 10. Dezember 1928 wurde die Konzession auf 90 Jahre an Landesrat Franz Winkler und Rechtsanwalt Dr. jur. Gustav von Webenau (beide Graz) erteilt.

Am 20. Juni 1931 wurde auf der Strecke der Personen- und Güterverkehr aufgenommen. Die Betriebsführung wurde dem Steiermärkischen Landeseisenbahnamt übertragen. Die Strecke wurde mit 1.500 V Gleichstrom elektrisch betrieben.

zwischen Feldbach und Bad Gleichenberg


Am 4. April 1932 erfolgte die Gründung der „Aktiengesellschaft Lokalbahn Feldbach–Bad Gleichenberg“, die am 2. Juli gleichen Jahres vom Bundesministerium für Handel und Verkehr die Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten einer Verlängerung nach Purkla zum Anschluss an die Radkersburger Bahn erhielt. Das Projekt ging aber nie über das Planungsstadium hinaus.

Mit der Auflösung der Aktiengesellschaft der Lokalbahn Feldbach–Bad Gleichenberg am 30. Juni 1942 wurde die Konzession und das Vermögen an das Land Steiermark übertragen, womit die „Lokalbahn“ zur „Landesbahn“ wurde.

Im April 1945 wurde anlässlich des Zweiten Weltkriegs das gesamte Gebiet der Bahnstrecke zum unmittelbaren Kriegsschauplatz. Die Bahnstrecke wurde dabei erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Der Betrieb konnte erst am 1. November 1947 – vorerst provisorisch mit Dampflokomotiven – wieder aufgenommen werden. Die Wiederherstellung der Oberleitungsanlagen und die Aufnahme des elektrischen dauerte bis 15. November des Folgejahres. Das Stromsystem wurde auf 1.800 V Gleichstrom umgestellt.

Mit der Aufnahme des Autobusbetriebes der StLB zwischen Feldbach über Straden nach Bad Radkersburg am 16. Dezember 1947 wurde die beabsichtigte Verlängerung der Bahnstrecke endgültig ad acta gelegt.

Zwischen 1962 und 1970 wurde eine Kurswagenverbindung zwischen Wien Südbahnhof und Bad Gleichenberg als E 953 / E 954 angeboten.

In der Zeit zwischen 1. Jänner 1987 und 30. Juni 2005 wurde ein „Bahnexpressverkehr“ angeboten.

Nachdem die alte Quecksilberdampfgleichrichterstation in Gnas nicht mehr den Ansprüchen genügte, wurde diese 1975 gegen eine Siliziumdioden-Gleichrichteranlage getauscht. Die zweite Gleichrichteranlage 1992 erneuert. Zwischen 1991 und 1995 wurde die gesamte Oberleitungsanlage zwischen Feldbahn und Gnas abschnittsweise erneuert.
 
Durch die aufkommende Konkurrenz des Busses und ab den 1950ern die des Individualverkehrs gingen die Fahrgastzahlen stetig zurück. Während in den 1950er Jahren noch rund 100.000 Personen im Jahr mit der Bahn fuhren, gab es in den 1990er Jahrenn nur noch knapp 30.000 Fahrgäste pro Jahr.

Hst. Trautmannsdorf


Gegenwärtig wird der Personenverkehr von Montag bis Freitag mit vier Zugpaaren und am Wochenende mit drei Zugpaaren durchgeführt.

Seit dem Fahrplanjahr 2006/2007 gibt es an Wochenenden und Feiertagen von Ostern bis Allerheiligen ein zusätzliches Zugpaar am späteren Nachmittag mit Anschlüssen von und nach Graz.

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